Metronom fährt auch weiterhin Bremen an
Pressemitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft Hannover vom 4.3.
Hanse-Netz: DB zieht Nachprüfungsantrag zurück
Metronom erhält Zuschlag
HANNOVER, den 04.03.2010 Die Deutsche Bahn hat ihren Antrag auf Nachprüfung der Vergabeentscheidung für das Hanse-Netz zurückgezogen. Die Länder Niedersachsen, Hamburg und Bremen können nun wie geplant der Firma Metronom den Zuschlag für das neu konzipierte Hanse-Netz zwischen Bremen, Hamburg und Uelzen mit Betriebsbeginn im Dezember 2010 für acht Jahre erteilen.
Nun ist es amtlich: Die DB Regio AG hat ihren Nachprüfungsantrag gegen die Entscheidung für den Metronom heute zurückgenommen, nachdem am 26. Februar die Vergabekammer in Lüneburg in der mündlichen Verhandlung hatte durchblicken lassen, dass sie den Antrag der DB für unbegründet halte.
"Wir freuen uns, dass die Vergabekammer in der mündlichen Verhandlung die Rechtmäßigkeit unseres Vergabeverfahrens bestätigt hat und sich die DB daher nun zur Rücknahme ihres Antrags entschieden hat. Die Rücknahme bewirkt, dass das Nachprüfungsverfahren inklusive des vorläufigen Verbots der Zuschlagserteilung an Metronom gegenstandslos wird", so Hans-Joachim Menn, Geschäftsführer der LNVG, "wir werden daher jetzt kurzfristig der Firma Metronom den Auftrag für den Betrieb des Netzes erteilen".
Das Netz umfasst alle Nahverkehrslinien auf der Schiene zwischen Bremen, Hamburg und Uelzen, die derzeit von der Metronom Eisenbahngesellschaft und der Deutschen Bahn betrieben werden. Pro Jahr werden die Züge über fünf Millionen Kilometer zurücklegen, knapp 80 Prozent davon in Niedersachsen. Für das neue Netz hat die LNVG zusätzliche Doppelstockwagen und Lokomotiven beim Hersteller Bombardier eingekauft, damit künftig noch öfter und teilweise auch längere Züge fahren können. Die modernen und komfortablen Fahrzeuge mit Klimaanlage, Bistrobereich und Sitzplatzreservierungssystem wird die LNVG zusammen mit den derzeit auf den Linien eingesetzten Fahrzeugen an Metronom vermieten. Insgesamt werden dann 20 Elektrolokomotiven und 126 Doppelstockwagen in dem Netz unterwegs sein.
Menn wies auch auf die Vorteile für Fahrgäste und Steuerzahler hin: "Wir sind mit dem Ergebnis der Ausschreibung sehr zufrieden. Die Menschen zwischen Bremen, Hamburg und Uelzen können sich auf ein deutlich verbessertes Bahnangebot freuen. Trotz der Mehrleistungen und des gleichbleibend hochwertigen Angebots sparen die Länder Niedersachsen, Bremen und Hamburg durch die Neuvergabe an Metronom jedes Jahr Zuschüsse in erheblicher Höhe".
Den Fahrplan hatten die Auftraggeber völlig neu konzipiert: Zwischen Bremen und Hamburg wird neben der schon jetzt bestehenden Express-Linie (heute Metronom "ME"), die in den aufkommensstärksten Bahnhöfen hält, eine weitere durchgehende Metropol-Linie mit Halt an allen Stationen geschaffen. Letztere ersetzt die beiden Linien zwischen Bremen und Rotenburg (heute "RB" der Deutschen Bahn) sowie zwischen Tostedt und Hamburg (heute Metronom "MEr") und schließt so die bisher bestehende Lücke zwischen Rotenburg und Tostedt. Damit erhalten alle zwischen Bremen und Hamburg liegenden Stationen ganztags halbstündlich bzw. stündlich schnelle Direktverbindungen in die beiden Metropolen. Zudem werden für die Pendler aus Richtung Buchholz und Lüneburg zusätzliche Züge nach Hamburg in den Hauptverkehrszeiten eingesetzt, so dass die heute teilweise sehr stark besetzten Züge entlastet werden und mehr Fahrgäste einen Sitzplatz finden.
Hintergrund:
Hamburg, Bremen und die LNVG, eine Gesellschaft des Landes Niedersachsen, sind in ihrem jeweiligen Bereich zuständig für die Planung und Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene. Sie beauftragen die Eisenbahnunternehmen mit der Durchführung der Verkehre und vergeben Fördermittel für diverse Nahverkehrs-Projekte. Die Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen decken im Nahverkehr nur zu einem Teil die Betriebskosten der Eisenbahnunternehmen. Um die so entstehenden Defizite der Eisenbahnverkehrsunternehmen zu decken, zahlen die Länder Zuschüsse aus den ihnen vom Bund bereitgestellten Mitteln (so genannte Regionalisierungsmittel). Um diese Zuschüsse so weit wie möglich zu reduzieren, haben sie sich zum Ziel gesetzt, den Wettbewerb unter den Eisenbahnunternehmen zu stärken und die Verkehrsleistungen jeweils an den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu vergeben.
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